Großer Anteil der Migrant:innen bewirbt sich nicht, wenn sie die geforderten Deutschkenntnisse nicht erfüllen – selbst dann, wenn sie bereits Deutsch auf B1/B2-Niveau sprechen.
77 % würden trotz Sprachlücke starten, wenn ihnen digitale Hilfsmittel zur Seite gestellt werden.
78 % sehen Arbeitgeber-finanzierte Sprachlern-Tools als wichtigen Benefit.
78 % bevorzugen digitale Lernangebote gegenüber Präsenzunterricht.
Berlin, 2. März 2026 – Sprachkenntnisse entscheiden darüber, ob Migrant:innen in Deutschland Zugang zum Arbeitsmarkt finden oder nicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter 658 internationalen Jobsuchenden, die bereits in Deutschland leben, durchgeführt von der Jobplattform für internationale und geflüchtete Talente Workeer in Zusammenarbeit mit der Sprachlernplattform Babbel.
Diese Umfrage hat unter anderem ergeben: Sprachlevel bleiben die größte Hürde im Bewerbungsprozess. Für viele internationale Bewerber:innen sind Sprachanforderungen die größte Hürde: Rund ein Drittel bewirbt sich nicht, wenn sie glauben, das geforderte Deutsch-Level nicht zu erfüllen. Auch viele Befragte mit B1/B2 – also dem Level, das viele Arbeitgeber offiziell verlangen – fühlen sich sprachlich nicht gewappnet für den Arbeitsmarkt. Das zeigt: Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert schon vor dem Bewerbungsprozess – noch bevor alle Qualifikationen überhaupt berücksichtigt werden. Die Befragten stammen überwiegend aus der Ukraine, gefolgt von der Türkei sowie Indien und Syrien.
Gleichzeitig zeigt die Studie eine bemerkenswerte Motivation: 77 Prozent der Befragten würden einen Job sofort antreten, auch wenn ihre Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen. Vorausgesetzt, Arbeitgeber stellen digitale Übersetzungstools oder Sprachassistenten bereit.
Diese Bereitschaft zieht sich durch alle Sprachlevel. Selbst unter den Personen mit Grundkenntnissen (Level A1–A2) verfügen knapp 56 Prozent bereits über ein offizielles Sprachzertifikat, dennoch schrecken sie vor deutschen Stellenanzeigen zurück.
"Sprache darf kein Ausschlusskriterium sein, wenn Motivation und Qualifikation vorhanden sind. Unsere Ergebnisse und auch Erfahrungen zeigen: Internationale Talente sind bereit, sofort anzupacken, wenn Unternehmen Spracherwerb als Teil der Beschäftigung verstehen und digitale Unterstützung anbieten. Aus wirtschaftspolitischer Sicht bedeutet das: Wer heute systematisch in Sprache investiert, stärkt Integration, tut etwas gegen den Fachkräftemangel und sichert Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Christian Baier, CFO und Geschäftsführer von Babbel.
Die Daten zeigen zugleich: Wer gut Deutsch spricht, stößt auf neue Hürden. Befragte mit sehr guten Deutschkenntnissen berichten deutlich häufiger von fehlenden Informationen zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie mangelnder Unterstützung durch Arbeitgeber (jeweils bis zu 19 Prozent).
Das verdeutlicht, dass Sprachkompetenz allein nicht ausreicht. Strukturelle Barrieren wie Anerkennungsverfahren und fehlende Orientierung bleiben selbst für gut integrierte Talente bestehen.
Die Angabe des Sprachniveaus in Stellenanzeigen beeinflusst das Bewerbungsverhalten deutlich:
Mehr als die Hälfte der Befragten bewirbt sich nur, wenn sie das geforderte Niveau erfüllen.
Nur jede vierte Person bewirbt sich auch, wenn das geforderte Niveau leicht über den eigenen Fähigkeiten liegt.
Das zeigt: Transparente und realistische Sprachanforderungen sind entscheidend. Gleichzeitig gibt jeder sechste Befragte an, sich nicht zu bewerben, wenn die Stellenanzeige oder Unternehmenswebsite nicht das Gefühl vermitteln, dass internationale Mitarbeitende willkommen sind, etwa weil die Stellenanzeige nur auf Deutsch verfasst ist. Arbeitgeber können internationale Talente schneller integrieren, wenn sie klare Sprachanforderungen kommunizieren, mehrsprachige Informationen bereitstellen und strukturierte Sprachförderung parallel zum Berufseinstieg anbieten. Sprache wird so nicht nur zur individuellen Lernaufgabe, sondern zu einem gemeinsamen Erfolgsfaktor für Unternehmen, Beschäftigte und den Arbeitsmarkt.
„Eine Stellenanzeige ist häufig der erste Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und internationalen Talenten. Wer Anforderungen verständlich und realistisch formuliert und zentrale Infos zugänglich macht, schafft Orientierung und gewinnt Bewerbungen, die sonst gar nicht eingereicht würden", sagt Victoria Baumann, Co-Founderin & Head of Talent Success bei Workeer.
Digitale Lernangebote werden von großen Mehrheiten bevorzugt, weil sie sich besser in den Alltag integrieren lassen und interaktive Formate ermöglichen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Online-Formate Herausforderungen bergen, insbesondere für Lernende mit geringen Deutschkenntnissen. Blended Learning, also die Kombination aus Präsenzunterricht und digitalen Lernapps, wird als besonders hilfreich bewertet.
78 % bevorzugen digitale Lernangebote, bei den unter 40-Jährigen sind es 81 %.
Jüngere Lernende favorisieren häufiger interaktive Formate.
83 % bewerten Blended Learning als hilfreich.
Auch beim Thema Weiterbildung senden die Befragten ein klares Signal an Unternehmen: Für 78 Prozent ist ein vom Arbeitgeber finanzierter Sprachkurs „sehr“ oder „relativ“ wichtig und damit ein entscheidender Faktor bei der Jobwahl.
„Mir fällt es aktuell sehr schwer, in meiner Stadt eine Stelle in meinem Fachbereich zu finden – zum einen wegen fehlender Angebote, zum anderen, weil meine Deutschkenntnisse eben noch nicht perfekt sind. Derzeit arbeite ich auf einem Kreuzfahrtschiff, wo überwiegend Englisch gesprochen wird. Ich würde mir wünschen, dass deutsche Arbeitgeber bei der Personalsuche stärker auf tatsächliche Fähigkeiten und Entwicklungspotenzial achten als auf die Anzahl von Zertifikaten und Diplomen. Gerade in technischen Berufen ohne intensiven Kundenkontakt sollten praktische Kompetenz und Potenzial höher bewertet werden als perfekte Sprachkenntnisse”, sagt Eugene Chabanovsky (51) aus der Ukraine.
Die Umfrage verdeutlicht eine wachsende Diskrepanz: Während viele Unternehmen Sprachkompetenz bereits vor Jobbeginn voraussetzen, sind internationale Talente bereit, sofort einzusteigen, wenn Lernangebote und technische Unterstützung vorhanden sind.
Mehrsprachige oder in einfacher Sprache aufbereitete Stellenanzeigen und Jobplattformen, die niedrigschwellige Bewerbungsmöglichkeiten anbieten, der Einsatz von Übersetzungstechnologien sowie strukturierte Sprachprogramme könnten kurzfristig Tausenden qualifizierten Bewerbenden den Einstieg erleichtern – und Unternehmen helfen, dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen.
Die Ergebnisse zeigen: Sprache ist kein individuelles Defizit, sondern eine systemische Hürde. Wer sie abbaut, erschließt neue Talentpools.
Für die vorliegenden Ergebnisse wurden 658 internationale Jobsuchende in einer Online-Umfrage befragt, die über das Netzwerk von Workeer erreicht wurden. Die Befragten sind mehrheitlich 31–50 Jahre alt und stufen ihre Deutschkenntnisse überwiegend als B1–B2 ein. Sie stammen überwiegend aus der Ukraine, gefolgt von der Türkei sowie Indien und Syrien.
Workeer ist Deutschlands führende Jobplattform für internationale und geflüchtete Talente. Seit 2015 verbindet Workeer erfolgreich Unternehmen mit internationalen Talenten und setzt sich für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ein. Die Plattform bietet neu zugewanderten Talenten Zugang zu Stellenangeboten sowie Unterstützung bei Fragen rund um Bewerbung und Weiterbildung. Für Unternehmen ist Workeer ein effizienter Kanal, um qualifizierte, motivierte Fachkräfte zu gewinnen und Vielfalt im eigenen Team gezielt zu stärken. Über den Talentpool können Unternehmen proaktiv nach Kandidat:innen mit bestimmten Qualifikationen, Sprachkenntnissen oder Erfahrungen suchen. Workeer unterstützt außerdem dabei, Stellenanzeigen so zu formulieren, dass sie für internationale Bewerber:innen verständlich und ansprechend sind. Weitere Informationen finden Sie unter www.workeer.de.
Seit 2007 hat Babbel es sich zur Aufgabe gemacht, durch Sprache gegenseitiges Verständnis zu fördern. Mit digitalen Sprachlernprodukten für Einzelpersonen und Unternehmen hilft die Babbel-App Menschen dabei, über kulturelle Grenzen hinweg zu kommunizieren – sei es beim Reisen, für Freundschaften oder zur beruflichen Weiterentwicklung. Basierend auf einem umfassenden linguistischen Verständnis verfolgt Babbel ein klares Ziel: Lernende so schnell wie möglich zum Sprechen zu bringen. Und das funktioniert: Studien von renommierten Institutionen wie der Michigan State University, der Yale University und der City University of New York belegen die Wirksamkeit der Babbel-Lernmethoden. Millionen von Sprachlernenden bestätigen dies.
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